Tiere sind die besseren Menschen.

Oktobermarkt mit Windhund

Ein, für Ende Oktober, erstaunlich warmer, aber Regen verheißender Sonntag.

Wir beschließen, trotz dunkler Wolken, auf den nahegelegenen Oktobermarkt zu fahren. Mein Mann, meine Mama, unsere Galga Lana und meine Wenigkeit. Wir mit Schirmen im Gepäck und Galga  Lana vorsorglich in einen Regenmantel, mit Überdenkopfziehkragen, gehüllt.

Es nieselt leicht, als wir den ersten, der unzähligen Marktstände erreichen. Interessiert wühlen wir uns durch das Wintersockenangebot. Meinem Mann fällt im Eifer des Gefechts ein Dreipaarsockenpaket in den Rinnstein, als direkt hinter ihm eine Frau kreischend zur Seite hüpft, weil haarscharf neben ihr eine Wasserflut vom stellenweise durchhängenden Vordach stürzt. Hier muss es heute Morgen schon ordentlich geregnet haben. Nach dem ersten Schreck lachen alle, auch die reaktionsschnelle Frau, nur Lana nicht, die beschnüffelt die gefallenen Socken, die wir vergessen aufzuheben. Mit Socken ohne Gummi, knielang und kürzer ziehen wir weiter.

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Oktobermarkt mit Windhund

Der kleine Hase

Einige liefen unachtsam und hektisch an uns vorbei. Manche blieben stehen. Schauten aufgeregt durch die Scheibe. Ihre Hände klebten am gläsernen Gefängnis und manchmal leuchteten ihre Augen vor Freude. Es kamen viele vorbei: Alte, Junge, Kleine, Große; und ich hatte Angst vor ihnen.

„Mach dich nicht so klein und sitz nicht immer in der Ecke. Du musst dich zeigen und mit deinen Ohren wackeln, sonst holt dich niemand hier raus.“

Eine etwas ältere Häsin schaute mich wissend an.Sie streckte ihre Ohren in die Höhe, bog dann eines lustig nach unten und streckte ihren Körper so nah an der Scheibe aus, wie sie nur konnte. Diese Wesen da draußen machten mir einfach Angst. Sie waren es, die mir meine Mutter genommen, mich in eine Kiste gesteckt und in diesen Schaukasten gesetzt hatten.

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Der kleine Hase

Schicksal

Warum kam seine Mutter nicht?

Seit Tagen wartete er mit knurrendem Magen auf prallgefüllte Zitzen und erst jetzt meldete sich sein Katzeninstinkt.

Ich muss fort, muss sie suchen!

Ein Blick auf seine vier Geschwister.

Miau! Miau!

Keine Reaktion, eines war schon tot, die anderen zu schwach. Er krappelte über sie hinweg, forderte sie zum Gehen auf, auch das Tote und ging schließlich alleine.

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Schicksal