Barfen

Ich muss etwas loswerden:

Jemandem BARF-Tipps zu geben, ohne das man sich soviel Info wie nur möglich über den, oder die Hunde beschafft die gebarft werden sollen, ist unverantwortlich und gefährlich.

Entweder, man weiß, wovon man redet, oder man sollte im Interesse der Tiere und ihrer dauerhaften Gesundheit lieber ruhig sein.

Ich barfe nun seid über einem halben Jahr einen sehr allergischen Hund, der damals auf alles mit Wasserdurchfall reagierte (Fertigfutter ging gar nicht mehr)und ich habe viel lernen und viel hinterfragen müssen, um meinen Hund letztendlich nicht zu verlieren und mein Unmut am Anfang dieses Textes, resultiert aus meinen Erfahrungen.

Bitte kein Barfen ohne großes Blutbild am Anfang des Barfens. Ohne ein Blutbild des Tieres ist es unmöglich , sinnvolle Tipps zu geben, die letztendlich dem Hund auf Dauer auch gut tun. Nach einem halben Jahr muss erneut ein Blutbild gemacht werden. Dieses zeigt, ob alles richtig war, oder ob man Änderungen in der Fütterung vornehmen muss. Und so sollte man es jedes halbe Jahr halten. Wer sich zweimal im Jahr kein großes Blutbild leisten kann, der sollte nicht barfen.

Ein Beispiel:

Überall könnt ihr lesen/hören, dass geschälte Kartoffeln, die gekocht werden müssen, durchaus gegeben werden können. Beim Obst z.B. ist immer die Banane mit dabei. Beides könnte man auch täglich geben. Bei der Banane sei lediglich darauf zu achten, dass es nicht zu Verstopfungen kommt. Doch keiner sagte mir, wieviel Kalium Kartoffeln enthalten, oder die beliebte Banane. Alles was wir bemerkten war, dass unsere Hündin viel schlief. Da wir aber ein Blutbild machen ließen um zu wissen, ob wir alles richtig machen, kam heraus, dass unsere Hündin einen viel zu hohen Kaliumwert hat (jetzt wußten wir auch warum sie soviel schlief) und steigt dieser weiter an, kann es im schlimmsten Fall zum Herzstillstand kommen.

Nun reduzieren wir die Kartoffeln und wenn sie welche bekommt, müssen diese kaliumreduziert zubereitet werden. Weiß jemand von Euch, wie man Kartoffeln kaliumreduziert zubereitet? Seht ihr, da fängt es schon an. Im Wechsel bekommt sie nun Reis, weil die Kohlenhydrataufnahme gewährleistet sein muss. Bananen müssen komplett vom Speiseplan genommen werden. Auch all das Obst, welches angeblich unbedenklich jedem Hund gegeben werden darf, kann eben nicht unbedenklich jedem Hund gegeben werden. Unsere Hündin darf nur noch Birnen und Äpfel bekommen, da diese nur geringe Mengen an Kalium enthalten. Ebenso sieht es aus beim Gemüse. Ob wir es in den Griff bekommen, zeigt das nächste Blutbild.

Das Beispiel trifft jetzt lediglich auf unsere Hündin zu, aber wißt ihr, was auf euer Tier tatsächlich zutrifft? Wißt ihr, wovon euer Hund genug hat, zu wenig, oder zuviel? Und wie kommen Barfexperten dazu, solche Pauschalausagen zu machen, zu publizieren, ohne das Wichtigste über den Hund zu wissen, um den es geht?

Ich weiß jetzt, dass es so pauschal niemals geht und wer wirklich verantwortungsvoll und auf Dauer gesundheitserhaltend barfen will, der muss einiges mehr tun, als irgendwo in Barf-Gruppen/Foren gehen und irgendwen, irgendetwas fragen und sich irgendwelche Antworten holen.  Manchmal glaube ich, Menschen barfen, weil sie sich dann schlicht und einfach als bessere Hundehalter fühlen, naturnaher und vergessen dabei komplett, dass es um das Individuum geht, welches sie ihren Hund nennen. 

Einfach ausgedrückt: Man kann auch nicht in alle Menschen das Gleiche reinstopfen, nur weil es den meisten nicht schadet, denn einer der Menschen könnte ganz anders auf bestimmte Nahrung reagieren.

BARF hat unserer Hündin das Leben gerettet, aber hätte ich aufgehört sie als Individuum zu sehen, hätte ich sie früher oder später, trotz Barfen, erneut krank gemacht.

Ich habe es geschafft, einen Hund, den die Ärzte aufgaben, weil das Darmsystem völlig versagte, wieder ins Leben zurück zu holen und falls sich jemand für diese Erfahrungen im Zusammenhang mit BARF - Fütterung interessiert , freue ich mich auf Eure Anfragen.

 

 

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